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Neues aus Westafrika vom Dr. Luppa-Witwenprojekt

luppa18Die Realisierung eines Zentrums für Witwen und Waisen im westafrikanischen Burkina Faso wurde vor knapp zehn Jahren von der Projekthilfe Dr. Luppa als Projekt angegangen, das nun unter dem Leitgedanken „Zukunft schenken“ zur Unterstützung der dort lebenden Vorschulkinder eine sinnvolle Erweiterung erfahren hat. Der Vorsitzende der Projekthilfe Dr. Luppa Dr. Ulrich Siebenbürger stellte das erfolgreiche Gesamtprojekt bei einem Informationsabend im Pfarrzentrum St. Michael vor.
Der Sprecher des Sachausschuss "Mission, Entwicklung, Frieden“ des Pfarrgemeinderates der Pfarrei St. Michael Matthias Wollmann übernahm die Begrüßung des interessierten Zuhörerkreises. „In der burkinischen Gesellschaft verliert eine Witwe nicht nur ihren Mann, sondern auch den Platz in der angeheirateten Familie und damit die Wohnung und den zur Selbstversorgung notwendigen Garten“, informiert Dr. Siebenbürger. In Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, gründete nach seinen Aussagen eine verwitwete Beamtin einen Witwenverein als Selbsthilfegruppe und nahm diese Frauen in ihrem Haus auf. Laut Siebenbürger kontaktierte der Verein die Projekthilfe Dr. Luppa und bat erfolgreich um Unterstützung. Dem Bedarf der Frauen ohne Schulbildung und Beruf mit vielen Kindern entsprechend, wurde von Dr. Ulrich Siebenbürger und seinem Team mit den Ansprechpartnern vor Ort ein Zentrum für Witwen, Waisen und behinderte Frauen geplant, in dem sie sich gemeinsam ihren Lebensunterhalt sichern können. „Das Ziel des Projekts war die Stärkung des Selbstvertrauens der Witwen, deren finanzielle Unabhängigkeit und soziale Rehabilitation sowie deren Alphabetisierung“, erklärte Dr. Siebenbürger.
Realisiert wurde auf einem der Stadt abgerungenen Areal ein Gebäudekomplex mit Versammlungssaal, Werkstatt für Seifenherstellung, Weberei und Handarbeit und deren Grundausstattung, Verkaufsraum, Straßenverkauf mit kleinem Restaurant sowie Sanitäranlagen sowie eine Strohhütte für die Vorschulkinder - alles inklusive Strom- und Wasseranschluss. Das Projekt beinhaltete nach Aussagen des Referenten neben der medizinischen und rechtlichen Unterstützung weiter die Schulung der Witwen, die Einrichtung eines Mikrokreditprogramms für Heimarbeit, Alphabetisierungskurse, pädagogische Betreuung der Vorschulkinder, Beratung in Buchführung, Organisationsaufbau, rechtlichen Fragen. Die Kosten für Gebäude und Infrastruktur schlugen laut Dr. Siebenbürger mit 23.000 Euro zu Buche, für Einrichtung, Arbeitsgeräte, Material und Schulung mit 49.000 Euro.
Laut Dr. Siebenbürger habe man nun verstärkt die Unterstützung der Vorschulkinder des Zentrumskindergarten im Fokus, wodurch das inzwischen erfolgreich laufende Witwenprojekt eine sinnvolle Erweiterung unter dem Leitspruch „Zukunft schenken“ erfährt. „Die 35 Kinder des Zentrumskindergartens stammen aus den ärmsten Verhältnissen, sind meist Waisen und leben bei den Großeltern, Verwandten oder auf der Straße – das Nötigste zum Leben fehlt“, berichtet der Referent. Durch die Erweiterung des Projekts besteht die Möglichkeit, mit einem monatlichen Beitrag von 10 Euro die Betreuung der Vorschulkinder durch Erzieherinnen und eine warme Mahlzeit am Tag für die Kinder zu finanzieren. Spenden für Unterrichts- und Spielmaterial seien immer willkommen, lässt Dr. Siebenbürger wissen.

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