Vorabendmesse mit Festpredigt am Berg

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499 bergpredigt19„Fürchtet euch nicht“ sagt uns Gott in den Menschen, die aufstehen und sich für das Gute einsetzen.


Waren sie schon mal beim Bungee Jumping, oder haben sie schon mal einen Fallschirmsprung gemacht, vielleicht einen Tandemsprung? Oder vielleicht sind sie schon mal im Schwimmbad auf dem 10-Meterturm gestanden und haben hinuntergeschaut und überlegt. „Ob ich da runterspringen will“? Besonders hilfreich in einer solchen Situation ist es, wenn einer hinter dir steht und sagt. „Fürchte dich nicht, mir ist auch nicht wohl“.
„Fürchte dich nicht“, so lautet das Motto, der Leitspruch in diesem Jahr auf dem Maria-Hilf-Berg. Dieser Spruch „Fürchte dich nicht“ geht eigentlich durch die ganze Bibel.

Ob es wirklich dreihundertfünfundsechzig mal in der Bibel steht weiß ich nicht. Ich habe nicht nachgezählt. „Fürchte dich nicht“ steht dann in der Bibel, wenn etwas Großartiges passiert. „Fürchte dich nicht“, sagt Gott zu Abraham, wenn du deine Heimat hinter dir lassen musst, all das was dir Sicherheit gibt, die bekannte Umgebung, deine Verwandten, deine Familie. „Fürchte dich nicht“, wenn du dich aufmachst in ein neues Land, in eine neue Zukunft, denn du wirst der Stammvater des großen Volkes sein. „Fürchte dich nicht“, sagt Gott immer wieder seinen Propheten im Alten Testament. Wenn sie gegen dich aufstehen und gegen dich wüten, ich bin an deiner Seite. 499 bergpredigt19 1
„Fürchte dich nicht“, sagt der Engel Gabriel zur Jungfrau Maria, als er bei ihr eintritt und sagt „Sei gegrüßt, du vom Herren Gebenedeite“
„Fürchte dich nicht“, eine Mut machende Zusage, ein starkes Wort, ein gutes Wort. Ein gutes Wort, ein Mut-Wort. Auch Jesus sagte es heute, zwar nicht mit denselben Worten, zu den Jüngern die er aussendet. Er gibt ihnen den Mut dass sie es tun. Sie gehen zu zweit hinaus und sie verkündeten die frohe Botschaft. Es ist ihre Aufgabe und sie tun es mit Vollmacht.
Dieses „fürchte dich nicht“ wird immer in der Bibel im Namen Gottes gesprochen. Gott selber spricht zu Abraham, er spricht zu den Propheten und durch die Propheten zum Volk. Gott selber spricht durch den Erzengel Gabriel zu Maria, dass etwas Großartiges mit ihr geschehen wird. Sie wird Mutter werden, was schon für sich allein etwas Großartiges ist. Aber noch viel mehr, sie wird die Mutter des Sohnes Gottes werden. Sie wird die Mutter dessen werden, der so lange verheißen worden ist, auf den das Volk Israel so lange gewartet hat.
Jesus sagt seinen Jüngern bei seiner Himmelfahrt. „Fürchtet euch nicht; ich lass euch nicht als Waisen zurück, ich lass euch nicht verloren zurück. Ich schenke euch einen Teil von mir, den Beistand, den Heiligen Geist. Gott sagt auch immer wieder uns: „Fürchtet euch nicht“. Fürchtet euch nicht vor denen, die euch Angst machen, mit ihren Parolen und Feindbildern. Angst vor Fremden, Angst vor Menschen, die nicht so sind wie wir sind. Die euch Angst machen wollen, damit sie selbst einen Vorteil gewinnen. „Fürchtet euch nicht“ sagt uns Gott in den Menschen, die aufstehen und sich für das Gute einsetzen. Diese Menschen schöpfen aus dieser Botschaft den Mut ihr Leben so zu gestalten, wie es ihnen Gott vorgibt. Eigentlich gilt das für jeden Einzelnen von uns. Jeden einzelnen von uns sagt Gott zu, „Fürchte dich nicht, ich bin bei dir seit dem Tag an dem du getauft worden bist. Fürchte dich nicht, denn ich habe dir einen Teil von mir gegeben, den heiligen Geist, damit auch du ein Apostel, ein Prophet, ein Verkünder der frohen Botschaft bist, dass du diese frohe Botschaft lebst, als freudige, frohmachende Botschaft. Das Reich Gottes ist dir nahe, jetzt, in diesem Moment. Wenn du einem anderen Menschen zur Seite stehst durch eine froh machende Geste, durch ein ermutigendes Wort, durch eine helfende Hand. Dann ist das Reich Gottes wirklich in dir. Nicht nur in dir, sondern auch in den Menschen, die du mit deiner Geste, mit deiner Hand, deinem Wort zur Seite stehst.
„Fürchte dich nicht“, das Reich Gottes ist dir nahe, ist dir geschenkt worden. Du kannst es durch dein Leben, durch dein Zeugnis, für das du die Kraft und den Geist hast, auch für andere Menschen spürbar, erlebbar machen.

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(gekürzte Fassung der Predigt von Pfarrer Alois Berzl)

Musikalisch umrahmte den Gottesdienst die Don Bosco Blaskapelle Ensdorf.