Erzählnachmittag mit Alexander Kostinskij

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"Wenn lachen, dann gemeinsam" - Erzählnachmittag mit Alexander Kostinskijalexander18
Weinen kann man auch mal alleine, aber lachen muß man zusammen, so die Botschaft des Jüdischen Erzählers Alexander Kostinskij aus München. Bei einem Nachmittag der KEB und der Pfarrei St. Michael öffnete der Autor und Zeichner Kostinskij seine Kiste mit einem reichen Schatz aus Anekdoten, Witzen und Erzählungen. Geprägt sind diese von seiner Kindheit und den Traditionen der osteuropäischen Juden seiner Heimat Kiew in der Ukraine.

Das Kennzeichen dieses besonderen Humors ist, dass man trotzdem lacht - trotz Armut, Antisemitismus, Krankheit usw. Das ist das Besondere am "jiddischen Glück": zuerst geschieht eine Katastrophe und dann ein kleines Wunder. Man ist wütend, weil man einen wichtigen Zug versäumt hat, und im nächsten Zug lernt man die Frau seines Lebens kennen.

Einige Geschichten handeln davon, welche orginellen Ratschläge die bei ihrem Rabbi hilfesuchen Menschen bekommen. Einem von Geschnatter, Gezänk und Kindergeschrei geplagten Mann empfiehlt der Rebbe eine Ziege anzuschaffen und mit ins Haus zu nehmen. Und als der Mann dann völlig entnervt wieder kommt, empfiehlt er ihm die Ziege wieder zu verkaufen. Schließlich kommt der Mann glückselig zurück weil jetzt alles wieder normal geworden ist.

Mit starkem Akzent und tiefer ruhiger Stimme trägt Kostinskij seine Geschichten vor, es wirkt fast wie ein Sing-sang und zieht seine Zuhörer in Bann. Bei seinen Witzen ist es erst ganz still und bei der Pointe lachen dann die Zuhörer herzlich auf. An einem reichen Tisch mit seinen Büchern, CDs und Zeichnungen signiert er am Ende für die Käufer und wünscht ihnen alles Gute bis zu einem möglichen Wiedersehen.